T. fibrosa bulbi, deutsch: äußere Augenhaut
Die äußere Schicht des Augapfels umfaßt einerseits die Lederhaut (Sklera), die als faserige, feste und undurchsichtige Hülle dem Weiß des Auges entspricht und wie ein bindegewebiges Skelett die äußere Form des Augapfels sichert, andererseits bildet sie mit der Hornhaut (Cornea) ein durchsichtiges, gewölbtes Fenster für den Eintritt der Lichtstrahlen.
T. vasculosa bulbi, Uvea, deutsch: mittlere Augenhaut
Die mittlere Augenhaut stellt das gefäßreiche, ernährende Gewebe und wird daher als Gefäßhaut (Uvea) bezeichnet. Sie besteht aus drei Abschnitten, der Aderhaut (Choroidea), dem Strahlenkörper (Ziliarkörper, Corpus ciliare) und der Regenbogenhaut (Iris).
Taenia choroidea (tch), deutsch: Taenia choroidea
Anhaftungsstelle der Tela choroidea bzw. des Plexus choroideus.
Taenia fimbriae (tfi), deutsch: Taenia fimbriae
Anhaftungsstelle der Tela choroidea am freien Saum des Crus fornicis
Taenia striae terminalis (tst), deutsch: Taenia striae terminalis
Anhaftungsstelle der Tela choroidea am freien Saum der Stria terminalis
Taenia thalami (tt), deutsch: Taenia thalami
Anhaftungsstelle der Tela choroidea am freien Saum der Stria medullaris
Tbc. caroticum, deutsch: Tbc. caroticum
vordere Zacke am Querfortsatz des VI. Halswirbels. Bei mageren Personen kann man an dieser Stelle die A. carotis com. gegen die Wirbelsäule drücken.
Syn.: Tubercule de Chassaignac
Tbc. olfactorium (Tu), deutsch: Tbc. olfactorium
palaeocorticaler Abschnitt an der Basis des Vorderhirns unterhalb des Ncl. accumbens. Der dreischichtige Aufbau des Palaeocortex ist nur schwer erkennbar. Das Pyramidenzellband ist stark gewellt. Seitlich stößt das Tbc. olfactorium an den Cortex piriformis. Es stellt ein Endigungsgebiet für die Riechfasern dar.
Tectum mesencephali (Tec), deutsch: Mittelhirndach
Das Dach des Mittelhirns bildet die dorsale Oberfläche und wird durch die Vierhügelplatte (Lamina tecti) gebildet. Die vorderen Zweihügel (Colliculus superior ) dienen als Umschaltkerne für die optischen Reflexfasern, die als obere Faserstränge (Brachium colliculi sup.) einstrahlen. Die hinteren Zweihügel (Colliculus inferior) erhalten ihre Afferenzen aus dem Lemniscus lat. und senden ihre Efferenzen über das Brachium colliculi inf. zum Corpus geniculatum mediale. Sie sind damit ein Bestandteil des Hörsystems. Der Grenzbereich zwischen Vierhügelplatte und hinterem oberen Teil des Zwischenhirns wird als Area praetecti bezeichnet, sie bildet eine Umschaltstation für den Pupillenreflex. Am Hinterrand des Colliculus inf. entspringt der N. trochlearis . Durch eine (gedachte) horizontale Linie, die durch den Aquädukt geht, wird das Tectum von der ventral gelegenen Haube geschieden.
Tegmen tympani, deutsch: Decke der Paukenhöhle
(lat. tegmen = Decke, griech. tympanum = Paukenhöhle),
das Dach des Mittelohrraumes liegt ventrolateral von der Eminentia arcuata. Die dünne Knochenplatte kann leicht aufgemeißelt und der darunter liegende Mittelohrraum freigelegt werden.
Tegmentum mesencephali, deutsch: Mittelhirnhaube
In der Haube finden sich die langen auf- und absteigenden Fasersysteme (Lemniscus medialis, Lemniscus trigeminalis, Vorderseitenstrangsystem, mediales Längsbündel), die Kerne des III. und IV. Hirnnerven, die Kreuzung der oberen Kleinhirnstiele und zwei wichtige Kerne des Systems der Basalganglien: Ncl. ruber und Substantia nigra.
Tela choroidea ventriculi lateralis (tcl), deutsch: Adergewebe des Seitenventrikels
Adergewebe des Seitenventrikels
Telencephalon, deutsch: Endhirn
Das Endhirn besteht aus zwei Hemisphären, die durch den Hemisphärenspalt (Fissura longitudinalis cerebri) getrennt und durch Kommissuren verbunden werden. Die größte Kommissur ist der Balken (Corpus callosum ), die Commissura anterior besitzt nur eine kleine Querschnittsfläche, sie ist aber wegen ihrer guten Abgrenzbarkeit (wie die Commissura posterior des Zwischenhirns) als Orientierungshilfe für bildgebende Verfahren wichtig. In jeder Hemisphäre ist ein kortikaler von einem subkortikalen Teil zu unterscheiden.
Syn.: Großhirn
Tentorium cerebelli (TCb), deutsch: Kleinhirnzelt
trennt die Großhirnhemisphären vom Kleinhirn Es ist vorne an Vorsprüngen des Keilbeins (Prc. clinoidei) fixiert und umfaßt mit einer nach hinten konvexen Öffnung den Hirnstamm an seiner engsten Stelle (Isthmus).
Thalamus (Th), deutsch: Thalamus
Der Thalamus bildet die mächtigste zentrale Kernregion. Er besitzt die Form eines Eies, dessen Längsachse parallel zur Interkommissurenebene (Ebene, die vordere und hintere Kommissur verbindet) verläuft. Sein rostraler Pol steht ungefähr in einer Ebene zur vorderen Kommissur, sein okzipitaler Teil überragt als seitlicher, kissenartiger Überhang das Niveau der hinteren Kommissur. Über den Thalamus verläuft in der Längsachse als Taenia choroidea der seitliche Abrißrand des Plexus choroideus des Seitenventrikels. Der Sulcus terminalis definiert als deutliche Einsenkung zwischen Thalamus und Ncl. caudatus die Grenze zwischen Zwischen- und Endhirn. In diesem Sulcus liegen die Stria terminalis, sowie die Vena thalamo-striata, über die das venöse Blut des Markmantels der Hemisphären abgeleitet wird. Als Metathalamus werden zwei Erhebungen der seitlichen Thalamusregion (die beiden Kniehöcker, Corpus geniculatum mediale und laterale) bezeichnet. Sie enthalten Relaiskerne für die Hör- bzw. Sehbahn.
Der Thalamus ist weder strukturell noch funktionell ein einhetliches Gebiet, sondern stellt ein kompliziert gegliedertes räumliches Mosaik von zahlreichen, jeweils besonderen Funktionen zugeordneten Gebieten. Bei der Benennung der verschiedenen Gebiete bezieht man sich meist auf ihre Lage entsprechend der o.g. Achsen. Erleichtert wird die Zuordnung dadurch, dass die Kernsubstanz des Thalamus durch Lamellen (Laminae) weißer Substanz gegliedert ist. Dadurch können folgende vier Hauptkerne mit bloßem Auge erkannt werden: vorderer, mittlerer, seitlicher (einschließlich Metathalamus) und hinterer Thalamuskern. In die Faserlamellen sind die sog. intralaminaren Kerne eingeschlossen. Schließlich wird die Seitenfläche des Thalamus durch eine dünne Zellschicht eingehüllt (Ncl. reticularis thalami).
Tonsilla lingualis, deutsch: Zungenmandel
Die Zungenmandel besteht aus der Gesamtheit von etwa 40 – 90 lymphatischen Einheiten, den sogenannten Zungenbälgen, die in Form von flachen Wülsten die ganze Zungenwurzel bedecken. Die Innervation erfolgt, wie bei allen Tonsillen durch die Rr. tonsillares des N. glossopharyngeus.
Tonsilla palatina (Pal), deutsch: Gaumenmandel
Die größte der Mandeln ist paarig und liegt jederseits zwischen vorderem und hinterem Gaumenbogen in Höhe des Mesopharynx. Sie ist gewöhnlich nach Herunterdrücken der Zungenwurzel gut zu überblicken. Tiefe kryptenartige Epitheleinsenkungen (Fossulae) erzeugen eine höckerige, häufig auch rissige Oberfläche und geben der Gaumenmandel ihr charakteristisches Aussehen. Die Innervation erfolgt, wie bei allen Tonsillen durch die Rr. tonsillares des N. glossopharyngeus.
Tonsilla pharyngea (NPh), deutsch: Rachenmandel
Die beim Erwachsenen meist abgeflachte Rachenmandel liegt oben an der Hinterwand des Schlunds direkt unter der Schädelbasis. Die Innervation erfolgt, wie bei allen Tonsillen durch die Rr. tonsillares des N. glossopharyngeus.
Tonsilla tubaria, deutsch: Tubenmandel
Die paarige Tubenmandel ist eine Ansammlung lymphatischen Gewebes in der Umgebung der Tubenöffnung (Ostium tubae auditivae) in Höhe der unteren Nasenmuschel. Die Innervation erfolgt, wie bei allen Tonsillen durch die Rr. tonsillares des N. glossopharyngeus.
Torus levatorius (TLe), deutsch: Levatorwulst
am Unterrand der Tubenmündung, zwischen der vorderen und hinteren Tubenlippe gelegener Wulst. Er zieht zum Gaumen abwärts und wird durch den unterlagerten M. levator veli palatini hervorgerufen.
Torus tubarius (TTu), deutsch: Tubenwulst
die stark vorspringende hintere Tubenlippe.
Tr. amygdalofugalis ventralis (vaf), deutsch: ventrale Mandelkernstrahlung
Verbindung zwischen Mandelkern, sublentikulärem Vorderhirn, Hypothalamus, Bettkern der Stria terminalis und dem Thalamus.
Tr. cerebello-rubro-thalamicus (crt), deutsch: Tr. cerebello-rubro-thalamicus
siehe Ncl. ruber
Tr. cortico-spinalis et Tr. cortico-bulbaris, deutsch: Pyramidenbahnsystem
Das Pyramidenbahnsystem stellt eine Direktverbindung zwischen Pyramidenzellen im Kortex (oberes Motoneuron) und Alpha-Motoneuronen im Hirnstamm und Rückenmark (unteres Motoneuron) dar. Es dient der willkürlichen Kontraktion individueller Muskeln, insbesondere solcher, die präzise und geschickte Bewegungen der Extremitäten (Feinmotorik) ermöglichen.
Das Pyramidenbahnsystem besteht aus zwei Komponenten: Die eine trennt sich bereits vor den Pyramiden (vor der Medulla oblongata) und dient der Innervation der Motoneurone der Hirnnerven (Tr. cortico-bulbaris). Die andere Komponente steigt durch die Pyramiden zu den Motoneuronen des Rückenmark ab (Tr. cortico-spinalis). Diese Axone sind lang (1 m und länger).
Tr. cuneo-cerebellaris, deutsch: Tr. cuneo-cerebellaris
Der Tr. cuneo-cerebellaris ist Teil des hinteren Kleinhirnseitenstrangsystems: Der Nucleus dorsalis ist nicht in der Gesamtlänge des Rückenmarkes zu finden, sondern ist auf die Segmente zwischen T1 und L2 begrenzt. Afferenzen aus Segmenten unterhalb von L2 müssen bis zu dieser Ebene im Fc. gracilis aufsteigen. Fasern, die über der Ebene von T1 in das Rückenmark gelangen, steigen entsprechend zunächst im Fc. cuneatus zum Ncl. cuneatus lateralis - dem Analog des Nucleus dorsalis auf. Diese Fasern bilden den Tr. cuneo-cerebellaris und verlaufen gemeinsam mit dem Tr. spinocerebellaris posterior durch den Pedunculus cerebelli inferior in das Kleinhirn. Beide Bahnen sind funktionell gleichwertig und beide dienen der unbewußten Tiefensensibilität. Die Fasern des Tr. spino-cerebellaris post. und Tr. cuneo-cerebellaris stellen einen Teil des Moosfasersystems des Kleinhirns dar. Das hintere Kleinhirnseitenstrangsystem vermittelt Information über einzelne Extremitätenmuskeln, während das vordere Kleinhirnseitenstrangsystem Informationen über den Status der gesamten Extremität vermittelt und damit komplexer Natur ist.
Tr. mammillo-tegmentalis (mtg), deutsch: Tr. mammillo-tegmentalis
Verbindung zwischen Corpus mammillare und Tegmentum (insbesondere zu viszeralen Kerngruppen).
Tr. mammillo-thalamicus (mt), deutsch: Vicq-d'Azyr-Bündel
Verbindung zwischen Corpus mammillare und Ncl. anterior des Thalamus.
Tr. olfactorius lateralis (lo), deutsch: seitlicher Riechstrang
siehe Bulbus und Tractus olfactorius.
Tr. opticus (opt), deutsch: Sehstrang
Verbindung zwischen der Netzhaut und dem seitlichen Kniehöcker.
Tr. pallido-thalamicus, deutsch: Tr. pallido-thalamicus
er besteht aus der Ansa lenticularis und dem Fc. lenticularis. Er verläuft durch das Feld H2 von Forel.
Tr. pyramidalis (py), deutsch: Pyramidenbahn
siehe Tr. cortico-spinalis et Tr. cortico-bulbaris.
Tr. spino-cerebellaris anterior, deutsch: Tr. spino-cerebellaris anterior
Der Tr. spino-cerebellaris anterior ist Teil des vorderen Kleinhirnseitenstrangsystems: Das 1. Neuron befindet sich im Spinalganglion. Es leitet fast ausschließlich Impulse der Golgi-Sehnenorgane über Ib Afferenzen. Die zentralen Fortsätze dieser Zellen enden an Neuronen der Lamina VII (am Innenrand der grauen Substanz des Rückenmarks). Das 2. Neuron kreuzt die Mittellinie und bildet dort den T. spinocerebellaris anterior. Dieser Trakt steigt durch Rückenmark, Medulla oblongata und Brücke auf, bevor er nach Rückkreuzung über den Pedunculus cerebelli superioris in das Kleinhirn einsteigt. Es handelt sich hierbei wegen der Rückkreuzung um ein ipsilateral organisiertes System. Es leitet (vorverarbeitete) Information über die spinale motorische Aktivität und Reflexe. Im Unterschied zum hinteren Kleinhirnseitenstrangsystem, das Information über einzelne Extremitätenmuskeln vermittelt, vermittelt das vordere Kleinhirnseitenstrangsystem Informationen über den Status der gesamten Extremität und ist damit komplexer Natur.
Tr. spino-cerebellaris posterior/dorsalis, deutsch: Tr. spino-cerebellaris posterior/dorsalis
Der Tr. spino-cerebellaris posterior/dorsalis ist Teil des hinteren Kleinhirnseitenstrangsystems: Das 1. (primäre) Neuron befindet sich im Spinalganglion. Es vermittelt mechano-rezeptorische (epikritische und propriozeptive) Informationen aus den Muskeln oder (über Kollateralen auf- und absteigender Äste des Hinterstrangsystems) aus Hautrezeptoren der unteren Extremität und des unteren Rumpfabschnittes. Das 2. Neuron liegt im Ncl. dorsalis (zwischen den Ebenen T1 bis L2, siehe Tab. 7-1). Die Fasern des Tr. spino-cerebellaris post. sind mit etwa 20 µm Durchmesser die dicksten des NS. Sie verlaufen direkt unter der seitlichen Oberfläche des Rückenmarks auf der ipsilateralen Seite und gelangen über den unteren Kleinhirnstiel in das Kleinhirn. Das hintere Kleinhirnseitenstrangsystem vermittelt Information über einzelne Extremitätenmuskeln, während das vordere Kleinhirnseitenstrangsystem Informationen über den Status der gesamten Extremität vermittelt und damit komplexer Natur ist.
Tr. spino-thalamicus (spt), deutsch: Tr. spino-thalamicus
Der Tr. spino-thalamicus leitet die groben Druck-, Berührungs-, Schmerz- und Temperaturempfindungen. Sie werden als verschwommen, diffus empfunden und sind stark affektgebunden (protopathische Sensibilität). Das 1. Neuron liegt im Spinalganglion. Die zentralen Fortsätze verlaufen über die hintere Wurzel und enden im Hinterhorn des Rückenmarks. Die Ursprungszellen des Tr. spino-thalamicus (2. Neuron) liegen in L I (Marginalzone), L III, L IV (Ncl. proprius) und L V. Ihre Axone kreuzen durch die vordere Kommissur zur Gegenseite und ziehen dort im Vorderseitenstrang aufwärts. Im Hirnstamm lagern sich die Fasern dem Lemniscus medialis seitlich an (ohne ihm selbst anzugehören) und liegen damit direkt unter der pialen Oberfläche. Sie erreichen den Ncl. ventrolateralis des Thalamus. Das 3. Neuron verläuft vom Thalamus zum somato-sensorischen Kortex (S I) und zur sekundären somato-sensorischen Region (S II).
Tr. spino-thalamicus anterior, deutsch: Tr. spino-thalamicus anterior
Tr. spino-thalamicus anterior leitet grobe Druck- und Berührungsempfindungen. Die Axone des 2. Neurons (Tr. spino-thalamicus anterior) verlaufen zunächst meist für 1 oder 2 Segmente auf derselben Seite, bevor sie in der vorderen Kommissur kreuzen. Ein Teil der Fasern verbleibt ungekreuzt.
Tr. spino-thalamicus lateralis, deutsch: Tr. spino-thalamicus lateralis
"Der Tr. spino-thalamicus lateralis (und der Tr. spino-reticularis) leitet Schmerz- und Temperaturreize. Die Leitungsbahnen werden daher meist als "Schmerzbahn" beschrieben. An den Nociceptoren entstandene Impulse werden durch zwei zentripetale Bahnen, die schnelleitenden A-Delta-Fasern und die langsamen C-Fasern, zum Rückenmark geleitet. Im Hinterhorn des Rückenmarks enden die C-Fasern bevorzugt in der L II (Substantia gelatinosa). Sie verwenden Substanz P als Neurotransmitter. Die A-Delta-Fasern enden hauptsächlich in der L I (Marginalzone), darüber hinaus auch in den Laminae L III, L IV (Ncl. proprius) und L V. Die Axone kreuzen zum größten Teil (auf der Wurzeleintrittsebene) durch die vordere Kommissur zur Gegenseite und ziehen dort im Vorderseitenstrang aufwärts. Hier wird die Dualität der aufsteigenden Schmerzbahnen aufrecht erhalten, indem beide Komponenten als Tr. spino-reticularis und Tr. spino-thalamicus lat. getrennt verlaufen. Der erste Trakt unterscheidet sich von letzterem dadurch, daß er in der Formatio reticularis unterbrochen wird (daher auch als Tr. spino-reticulo-thalamicus bezeichnet). Diese Leitungsbahn wird als phylogenetisch altes System betrachtet, das der Sensibilität für drohende Gefahren der Vitalsphäre dient und daher als Tr. palaeo-spino-thalamicus dem Tr. neo-spino-thalamicus gegenübergestellt wird. Auch ihre Endigung im Thalamus erfolgt getrennt."
Tr. tegmenti centralis (ctg), deutsch: zentrale Haubenbahn
siehe Ncl. rticularis.
Tr. telencephalicus medialis (MFB), deutsch: mediales Vorderhirnbündel
"Das mediale Vorderhirnbündel verläuft in der lateralen Zone des Hypothalamus und besteht aus vielen Einzelkomponenten auf- und absteigender Fasern. Diese verbinden Strukturen des Paläocortex und orbitofrontalen Cortex sowie die Area septi mit der Hippocampusformation, dem Mandelkern und dem Striatum. Kaudal setzt sich das MVB in das dorsolaterale Fasersystem des Hirnstamms und des Rückenmarks fort. Es beeinflußt sowohl parasympathische (Ncl. solitarius, Ncl. dorsalis n. vagi, sakraler Abschnitt des Rückenmarks) wie sympathische Areale (intermediolaterale Zellsäule). Der Faseraustausch zwischen dem medialen Vorderhirnbündel und dem Hypothalamus ist "diffus" und findet auf allen Querebenen statt"
Tr. trigemino-thalamicus, deutsch: Tr. trigemino-thalamicus
Der Tr. trigemino-thalamicus leitet protopathische Sensibilität (Schmerz, Temperatur, grobe Berührungsreize) aus dem Kopfbereich (Gesichtshaut, oro-nasale Schleimhäute, Zähne). Die zugehörigen Ganglienzellen liegen im Ganglion trigeminale. Ihre zentralen Fortsätze treten in Höhe der mittleren Pons in den Hirnstamm ein. Dort teilen sie sich wie im Rückenmark in auf- und absteigende Äste. Die absteigenden Fasern schließen sich zu einem Bündel zusammen, das bis in das Rückenmark hinabreicht und daher als spinale Trigeminuswurzel (Tr. spinalis n. V) bezeichnet wird. Die Lage dieses Bündels entspricht der der Zona terminalis im Rückenmark. Die Fasern der drei Hauptäste (CN V1-V3) sind topographisch gegliedert und steigen unterschiedlich weit in das Halsmark ab, bevor sie im Ncl. (tractus) spinalis enden. Die der Mundöffnung am nächsten gelegenen Fasern enden im kranialen Abschnitt des Kerns während Fasern aus den peripher gelegenen Gesichtsbezirken zunehmend weiter kaudal enden. Bezogen auf die Projektion der Hautinnervation des CN V ergibt sich daraus eine Zwiebelschalen-Anordnung.
2. Neuron: Die Axone der Neurone in der Pars caudalis bilden den Tr. trigemino-thalamicus lat. (TTT), der dem Tr. spino-thalamicus lat. entspricht. Der TTT kreuzt in der kaudalen Medulla oblongata und steigt im kontralateralen Hirnstamm auf, wo sich ihm die gekreuzten Fasern des Ncl. principalis n. V zugesellen, diese aufsteigenden Trigeminusfasern legen sich dem ALS an und enden entweder im Ncl. VPM des Thalamus (gut lokalisierbarer, schnell leitender Schmerz) oder in den intralaminären Kernen des Thalamus (dumpf empfundener, brennender, schwer lokalisierbarer Schmerz). In Entsprechung zu den Vorgängen im Hinterhorn findet auch hier eine Modulation der Schmerzüberleitung statt. Das 3. Neuron verläuft vom VPM zur Gesichtsregion im Gyrus postcentralis. Ob eine Projektion von den intralaminären Kernen des Thalamus zum somästhetischen Kortex besteht, ist unklar.
Trigonum caroticum, deutsch: Trigonum caroticum
liegt zwischen dem hinteren Bauch des Digastricus, dem oberen Bauch des Omohyoideus und dem vorderen Rand des Sternocleidomastoideus. In ihm befindet sich die Teilungsstelle der A. carotis communis in die A. carotis externa und interna. Außerdem läuft hier die Ansa cervicalis hindurch.
Trigonum musculare, deutsch: Trigonum musculare
wird begrenzt nach kranial durch das Zungenbein, nach lateral durch den oberen Bauch des Omohyoideus und im unteren Bereich durch den Vorderrand des Sternocleidomastoideus. Sein kaudales Ende bildet die Drosselgrube (Fossa jugularis). In seiner Ausdehnung entspricht dieses Dreieck den infrahyalen Muskeln. Hier liegt der Zugang zu Kehlkopf und Schilddrüse.
Trigonum occipitale, deutsch: Trigonum occipitale
Es liegt oberhalb des M. omohyoideus und wird von dessen Oberrand, vom Hinterrand des Kopfwenders und vom Vorderrand des Trapezmuskels umgrenzt. Wesentliche Bestandteile dieses Dreiecks sind der Erb‘sche Punkt, die V. jugularis externa sowie der N. accessorius.
Trigonum olfactorium (OTr), deutsch: Riechdreieck
Bezirk im Schenkel der Stria olfactoria lateralis und medialis. Im Gehirn entspricht diese Stelle ungefähr dem Tuberculum olfactorium.
Trigonum omoclaviculare, deutsch: Trigonum omoclaviculare
Teilbezirk des seitlichen Halsdreiecks. Es wird begrenzt vom Hinterrand des Sternocleidomastoideus, vom unteren Bauch des M. omohyoideus und von der Clavicula. In ihm befinden sich in der tiefe Plexus brachialis, A. subclavia und N. phrenicus. An der Oberfläche neben dem Kopfwender verläuft die V. jugularis externa.
Trigonum submandibulare, deutsch: Trigonum submandibulare
wird gebildet durch den Unterkieferrand sowie den vorderen und hinteren Bauch des Digastricus. Es beinhaltet die Gl. submandibularis, die A. und V. facialis, den N. mylohyoideus und für eine kurze Strecke auch den N. hypoglossus. Am Boden dieses Dreiecks verläuft der M. hyoglossus, am Dach der M. mylohyoideus.
Trigonum submentale, deutsch: Trigonum submentale
wird begrenzt von den beidseitigen Venter anterior des Digastricus und dem Zungenbein. In diesem befindet sich auf der Mundbodenplatte die Gl. sublingualis.
Truncus fornicis, deutsch: Gewölbekörper
Zentralteil des Balkens zwischen Balkenknie und Balkenwulst
Truncus sympathicus (Sym), deutsch: Grenzstrang des Sympathicus
liegt auf der dorsalen Wand der A. carotis communis und besteht im Halsraum aus 3 Ganglien (Ggl. cervicale superius, medium und inferius). Letzteres ist manchmal mit dem 1. Brustganglion zum Ggl. stellatum (Ggl. cervico-thoracicum) zusammengewachsen. Die Verbindung zwischen den Ganglien ist durch feine Nervenfasern hergestellt.
Truncus vagalis posterior, deutsch: hinterer Vagusstamm
"der hintere Vagusstamm, der vorwiegend aus dem rechten N. vagus gebildet wird, gelangt mit dem Oesophagus in den Bauchraum und entläßt: Rr. gastrici posteriores, zur Rückfläche und zur großen Kurvatur des Magens. Rr. coeliaci, bilden am Abgang des Truncus coeliacus ein Nervengeflecht, den Plexus coeliacus, der dann mit den Gefäßen weiter zieht zur Milz, zur Pankreas, zu den Nieren und Nebennieren, zum Dünndarm und zum Dickdarm bis zum Cannon-Böhm-Punkt in der Nähe der Flexura coli sinistra. Die Vagusfasern bilden gemeinsam mit denen des Sympathikus auf der Vorderseite der Bauchaorta ein zusammenhängendes dichtes Geflecht, Plexus aorticus abdominalis, von dem aus Vagusfasern wahrscheinlich auch in die Gonaden ziehen und diese vegetativ und viszerosensibel versorgen. Alle übrigen Beckenorgane sowie der absteigende Dickdarm werden durch den sakralen Parasympathikus (S2 – S5) innerviert. Die Zusammenlagerung von Vagus- und Sympathikusfasern am Truncus coeliacus wird auch als "Sonnengeflecht" (Plexus solaris) bezeichnet. "
Tuba auditiva (Eustachii) (Aud), deutsch: Ohrtrompete
Die Ohrtrompete verbindet, als nach vorne und abwärts gerichteter lufthaltiger Kanal, die Paukenhöhle mit dem Nasenrachenraum. Sie besitzt einen knöchernen (Pars ossea) und einen knorpeligen Abschnitt (Pars cartilaginea). Der knöcherne Abschnitt ist in die Felsenbeinpyramide eingeschlossen. In diesem Abschnitt ist stets ein Lumen vorhanden, während im knorpeligen Teil der Tube die Wände erst durch Kontraktion des an der Schluckbewegung beteiligten M. tensor veli palatini erweitert werden. Die Mündung der Tube liegt unmittelbar am Übergang zwischen Nasenhöhle und Pharynx (Choanen) und ist trichterförmig erweitert.
Syn.: Tuba pharyngotympanica
Tuber cinereum (TuC), deutsch: grauer Höcker'
Boden des markarmen Hypothalamus.
Tuberculum
siehe Tbc.
Tunica externa bulbi, deutsch: äußere Augenhaut
siehe T. fibrosa bulbi
Tunica interna bulbi, deutsch: innere Augenhaut
siehe Tunica nervosa bulbi
Tunica media bulbi, deutsch: mittlere Augenhaut
siehe T. vasculosa bulbi
Tunica nervosa bulbi, deutsch: innere Augenhaut
Die innere Augenhaut besteht aus 2 Lamellen (Pigmentepithel und Netzhaut), die sich aus dem ZNS ableiten.